Was die Forschung zeigt
Die seelische Belastung durch Diabetes wird oft unterschätzt. Tatsächlich entwickeln Menschen mit Diabetes etwa doppelt so häufig eine Depression wie Menschen ohne Diabetes.
Das hat nichts mit persönlichem Versagen zu tun: Eine chronische Erkrankung dauerhaft zu bewältigen, kann verständlicherweise belasten. Zugleich können auch körperliche Prozesse eine Rolle spielen. Die Zusammenhänge sind eine bekannte Wechselwirkung und kein Grund für Selbstvorwürfe.
Mögliche Anzeichen ernst nehmen
Eine Depression ist mehr als vorübergehende Traurigkeit. Mögliche Anzeichen, die über längere Zeit anhalten, können sein:
- Eine anhaltend gedrückte Stimmung oder innere Leere
- Antriebslosigkeit und der Verlust von Freude an Dingen, die früher Spaß gemacht haben
- Erschöpfung, Schlafprobleme oder Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren
Wir können und möchten hier keine Diagnose stellen. Ob solche Anzeichen auf eine Depression hindeuten, lässt sich nur ärztlich oder psychotherapeutisch klären.
Hilfe ist verfügbar
Wichtig zu wissen: Eine Depression ist eine häufige und gut behandelbare Erkrankung. Sie müssen das nicht aushalten oder mit sich selbst ausmachen.
Wenn Sie sich über längere Zeit niedergeschlagen, antriebslos oder hoffnungslos fühlen, sprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt oder Ihrem Diabetes-Team. Erste Anlaufstelle ist oft die Hausarztpraxis, die gemeinsam mit Ihnen die nächsten Schritte überlegt. In einer akuten Krise oder bei sehr belastenden Gedanken wenden Sie sich umgehend an ärztliche Hilfe, eine psychotherapeutische Praxis oder ein Krisentelefon – Sie sind damit nicht allein.