Begleiten statt kontrollieren
Diabetes betrifft nicht nur die erkrankte Person, sondern auch die Menschen an ihrer Seite – manche nennen das liebevoll „Diabetes Typ F“ (F wie Familie). Als Angehörige oder Angehöriger möchten Sie helfen, ohne zu bevormunden.
Am meisten unterstützt oft eine Haltung, die begleitet statt kontrolliert:
- Zuhören und Interesse zeigen, statt Werte oder Essen ständig zu kommentieren
- Hilfe anbieten, aber der anderen Person Raum lassen, ihren Diabetes selbst zu steuern
- Nicht die Schuld geben, wenn Werte einmal nicht passen – der Blutzucker lässt sich nicht immer vorhersagen
- Gemeinsam nach Wegen suchen, statt zur „Diabetes-Polizei“ zu werden
So bleibt Unterstützung entlastend und wird nicht als Druck erlebt.
Im Alltag mitdenken – ruhig und informiert
Es hilft, wenn Sie grundlegend Bescheid wissen, ohne die Verantwortung zu übernehmen. Wer bestimmte blutzuckersenkende Medikamente einnimmt, kann eine Unterzuckerung bekommen. Mögliche Anzeichen sind zum Beispiel:
- Schwitzen, Zittern oder Herzklopfen
- Plötzlicher Heißhunger, Blässe oder Übelkeit
- Unruhe, Gereiztheit, Verwirrtheit oder ungewohntes Verhalten
Solche Anzeichen sind von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Bleiben Sie ruhig, sprechen Sie die Person freundlich an und ermutigen Sie sie, ihren Wert zu prüfen und etwas zu sich zu nehmen. Wie im Ernstfall konkret zu handeln ist, besprechen Sie am besten vorab gemeinsam mit dem Diabetes-Team – so sind Sie beide vorbereitet.
Auf sich selbst achten und Hilfe teilen
Angehörige zu sein kann selbst Kraft kosten. Achten Sie deshalb auch auf Ihre eigenen Bedürfnisse und Grenzen – das ist kein Egoismus, sondern die Basis dafür, langfristig unterstützen zu können.
Sie müssen nicht alles allein wissen: Viele Schulungen stehen auch Angehörigen offen, und in Selbsthilfegruppen treffen sich Menschen mit Diabetes und ihre Angehörigen zum Austausch. Sprechen Sie Ihr Interesse offen im gemeinsamen Diabetes-Team an – es berät Sie beide und zeigt passende Angebote auf.